Salzlinie in Gefahr

Am 29.2.1996 schrieb der damalige Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz einen Brief an den Abteilungsleiter für Reaktorssicherheit im Bundesumweltministerium. Darin verweist er auf einen Workshop der GRS, die in einem Beitrag zur Entsorgung der deutschen Kernkraftwerke auf die Laugenzuflüsse in der Asse hingewiesen habe. Der Präsident Prof. Alexander Kaul führt aus, dass er die Auffassung der GRS teile,

„dass größere Schwierigkeiten bei diesem Versuchsendlager [Asse] die Salzlinie als Endlagerwirtsgestein in Frage stellen könnte. In diesem Fall wären das ERAM [Morsleben] nicht mehr zu halten und Gorleben gefährdet.“

Kaul legt außerdem eine Berechnung vor, die fürchten lässt, dass beim Absaufen der Grube

„Strahlenexpositionen weit über den Dosisgrenzwerten des § 45 Strahlenschutzverordnung nicht auszuschließen sind“ [48]

Laut Aussage von Kaul im Untersuchungsausschuss des Landtages habe er auf dieses Schreiben nie eine Antwort erhalten, habe es aber auch nicht für notwendig befunden, nach einer Antwort zu fragen. [49]

Zwischen BMU und BMBF führte das Schreiben hingegen zu Nachfragen. Am 3.5.1996 schrieb das BMBF, dass die Informationen im Widerspruch zu einer Sicherheitsanalyse der GSF von 1981(!) stünde. Im Übrigen sei man in Diskussion mit Sachverständigen über erforderliche Maßnahmen. Auch aus dieser Information wurde offenbar nicht der Schluss gezogen, dass eine Information der Öffentlichkeit erforderlich sei oder gar eine grundsätzliche Überprüfung bereits erfolgter Entscheidungen.

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