Ungeeignete Verfüllung

Auftrag für Rüttgers und Merkel
Damit war absehbar, dass die Entscheidung in dieser Wahlperiode nicht mehr fallen konnte. Auch eine Verschiebung der Aufsichtsratssitzung auf September 1994 wurde verworfen. Mithin lag die Entscheidung nunmehr beim neuen Kabinett und damit bei Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers und Bundesumweltministerin Angela Merkel.

Die HAZ zitiert später Referatsleiter Besenecker (NMU) mit den Worten

„bereits im August 1995 habe man mit der Verfüllung begonnen“.

Ganz offenbar hatte man allein seit der Warnung durch das BGR-Gutachten 16 Jahre (!) verstreichen lassen. In dieser Zeit ist die Standsicherheit des Bergwerks immer prekärer geworden. Zudem trat seit 1988 der Laugenzufluss auf, der sich nicht mehr stoppen ließ, den man aber bis zum 6.11.1998 [35] vertuschte, weil man weit reichende Folgen für das Endlagerkonzept in Salz, für das geplante Projekt in Gorleben und für den Entsorgungsvorsorgenachweis der Atomkraftwerke fürchtete. Spätestens 1995 war durch die Arbeit von Herbert [36] klar, dass dieser Laugenzufluss aus dem Deckgebirge und damit von außen liegenden Grundwasser führenden Schichten kam.

Billige Verfüllung
Schließlich haben BMFT, BMU, GSF und Bergbehörde auch beim Material zur Verfüllung der Südflanke eine krasse Fehlentscheidung getroffen, obwohl es schon 1964 einen Hinweis des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung und 1979 ein Gutachten der BGR gab, das einen festen Versatz zur Stabilisierung der Südflanke für erforderlich hielt. Im Jahr 1991 stellte die Bergbehörde zudem fest, dass die nach § 7.3 der Allgemeinen Bergverordnung geforderte Flutung der Grube wegen der radioaktiven Abfälle nicht erfolgen darf. Zur Verfüllung müssten „trockene Feststoffe“ eingesetzt werden, um die Bildung „großer Hohlräume“ durch Auflösung des Carnallits zu vermeiden.[37]

  • Durch die Verwendung  des Abraumsalzes von der Grube Ronnenberg wird erst nach Jahrzehnten der Konvergenz eine Stützwirkung des Grubengebäudes erreicht. Damit wurde allerdings das Ziel der Maßnahmen zur Verbesserung der kurzfristigen Standsicherheit der Grube völlig konterkariert. Das Material von der Grube Ronnenberg war mit Kosten von 100,- DM zwar ziemlich teuer, wegen der niedrigeren Transportkosten aber trotzdem billiger als ein schwerer Versatz. Für den verfolgten Zweck war es nicht geeignet.
  • Erst seit dem Betreiberwechsel auf das BfS im Jahr 2009 wurde mit der Firstspaltverfüllung begonnen, die den Kraftschluss beschleunigen soll.

Kurz vor Ende der Wahlperiode wurde zwischen den Staatssekretären Stroetmann (BMU) und Ziller (BMFT) vereinbart das Thema „Asse Schließung“ ggfls. in die Konsensgespräche mit der Industrie einzubringen, die am 16.3.1995 beginnen sollten.

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